Frankreich 1999 mit der Virago
Geschrieben von Klaus am 11. November 2006 | Abgelegt unter Frankreich, Urlaub
Unser Urlaub in Frankreich 1999 war ohne Kinder, auf das Motorrad gingen auch nur zwei Leute und das Gepäck. Unser Motorrad - eine Yamaha XV 1100 - auch Virago genannt - bot genug Platz und vor allem Gewicht, um zu zweit 4000 Kilometer zu fahren. Unsere Route: Lyon - Rohnetal - Provence - Mont Ventoux - Grand Canon du Verdon - Pont Du Gard - St. Tropez - Nizza - Elba - Toscana - Alpen - Chamonix - Mont Blanc.
Angie hat Tagebuch geführt 02.- 04. Juli:
02.07.99
Abfahrt 10.00 Uhr, es ist ein schöner warmer Tag, 30°C, trotzdem müssen wir an der Hockenberger Mühle schon wieder umkehren, weil ich in den Jeans friere und doch lieber die Lederhose anziehe. Der nächste Stopp ist in Darmstadt, Klaus hat festgestellt, daß wir doch einen Tankrucksack brauchen. Wieder auf der Autobahn haben wir auch schon den ersten Stau am Darmstädter Kreuz. Wir entscheiden uns für die A 67, die noch flüssig ist, aber nach 10 KM ebenfalls staut. Zunächst versuchen wir es durch die Mitte, nach einer Weile fahren wir aber doch ab, Richtung Osten zur A 5, die wir dann ab Zwingenberg befahren. Ab hier geht es ganz passabel bis zum nächsten Stau irgendwo hinter Karlsruhe. Wieder geht’s durch die Mitte- die armen Autofahrer, die bei 30°C in die Ferien kriechen müssen. Unser Ziel ist der Kaiserstuhl, wir verlassen den Stau und fahren das letzte Stück Landstraße, Wir erreichen den Kaierstuhl in Endingen - zu viel los- ein Stückchen weiter zweigt eine Sackgasse links ab, der Klaus natürlich nicht wiederstehen kann!!! Wir landen in dem idyllischen Amoltern und kehren im Gasthof „Sonne” ein. Wir dürfen unser Motorrad im Hof abstellen, der Wirt fragt noch ganz interessiert ob die Yamaha XV 1100 ein Chopper wäre. In der Nachmittagshitze machen wir noch einen Spaziergang durch die Weinberge und vergessen natürlich den Fotoapparat- wie noch oft im weiteren Urlaub. Abends gibt es dann endlich Kässpätzle (lecker!!!) und ein paar viertele Wein. Die ersten 300 KM sind geschafft.
03.07.99
10.00 Uhr- typische Abfahrtszeit für uns. Hier gab’s noch Woscht und Käs zum Frühstück! Wir passieren noch mehrere malerische Dörfchen im Kaiserstuhl bevor wir die Grenze nach Frankreich überqueren. Die Straße nach Muhlhouse ist gesperrt, wir müssen die Umleitung über Colmar nehmen. Plötzlich sind wir auf der Autobahn - macht aber nichts, ist noch kostenlos. Wir geraten nochmal ungewollt auf die Autobahn, bis wir dann gemütlich am Doubs entlang die N 83 Richtung Besancon fahren. Hinter oder vor Besancon geht’s ins Juragebirge, sehr schöne Weingegend. Gegen 15.00 Uhr Pause in einem kleinen Ort es gibt Obst, Baiser und Schokocroissants. Wir gehen noch einen Cafe au lait trinken, dann kurzer Smalltalk mit Wohnmobiler aus Friedberg und Einkauf von Kuli und Block. Bis auf den Käseladen haben wir nun alle Läden auf der Straße durch. Bis hier her hatten wir schon die Jacken aus, bei mir muß nun auch die Lederhose dran glauben und ich ziehe die kurze schwarze Jeans an - Klaus erzählt mir erst Tage später, daß er sie nicht leiden kann. Weiter geht es über Bourg en Brasse Richtung Lyon, daß wir wieder clever auf der Autobahn umfahren, kurze Tanke (es dauert ewig, ein blöder Belgier versucht mit flämischen Franc zu bezahlen, er war leider vor uns dran - der Himmel wird immer dunkler), Abfahrt bei Vienne. Es ist schwül und wir rechnen damit jeden Moment geduscht zu werden, es geht auf der N7 die Rhone entlang. Ein paar Kilometer hinter Vienne gehen wir auf Quartiersuche und fahren von der N7 ab. Wir folgen einem Hotelhinweisschild, die wunderschöne Herberge mit Blick auf’s Rhonetal ist leider ausgebucht. Doch der nette Herbergsvater vermittelt uns ein Zimmer im Hotel Bellevue in Condrieu direkt am Rhoneufer. Das Zimmer ist einfach, aber das Essen sensationell, besonders die Vorspeisen. Klaus hat Salat Nordique und ich Mousse au Tomate mit Basillikumsoße, danach gab es für uns beide Filet Mignon mit Krustentierensoße, dazu Baguette bis zum abwinken und zwei halbe Vin du tabfe blanc. Wir gehen hinterher noch spazieren und schaffen es sogar ein paar Fotos zu schießen. Ich würde am liebsten auf der netten Parkbank übernachten. Die Strecke war heute 490 KM, das freizügige Fahren hat uns leichte Sonnenbrände beschert.
04.07.99
Ohne Frühstück geht’s heute so gegen 9.00 Uhr los, alles sooo teuer hier. Wir fahren an der Rhone entlang und Frühstücken in einen kleinen Kaff an einer Brücke. Wir kaufen uns in einer Boulangerie Süßkram und gehen in ein Cafe, bestellen Cafe au lait und essen unsere Tüte leer, machen alle hier so {komische Sitten). Der Kaffee kostet dann aber auch 30 Franc (9 DM). Wir fahren weiter auf der N 83 an Tournon vorbei, was sehr schön war, bis wir ein altes Gemäuer am Steilufer der Rhone entdecken. Natürlich müssen wir da hoch und haben einen super Blick auf das Rhonetal (Chateau Rochmaure bei Montelimar 0033-0475-647070, Fax 7540) unter dieser Nummer gibt es eine 84qm Ferienwohnung zu mieten. Danach verlassen wir das Rhonetal Richtung Nyons wo es super Oliven geben soll, die wir zum Mittag essen wollen. Hinter Montelimar entdecken wir das erste Lavendelfeld, danach kommen noch weitere, eins mit Burg und Stadt im Hintergrund.

In Nyons ist Markt und wir genehmigen uns Oliven Baguette und Obst. Es ist Megaheiß heute, doch Sonnenbrand bedingt können wir uns nicht ganz entblössen. Klaus geht in Handschuhen und langärmlig, ich kurze Hosen und rosa dreiviertelärmlig! Dann geht’s rauf zum Mont Ventoux (Berg der Winde 1909m), dem höchsten Berg der Provence.

Es folgen viele Kurven und Kehren, bis wir die sensationelle Aussicht auf der weißen, Kieselstein bedeckten Bergspitze genießen können. Auf dem Berg der Winde war eindeutig zu viel Wind und somit war es auch kühler, ich friere natürlich, obwohl das zittern auch von der Auffahrt kommen kann, die ich Gott sei Dank nicht mehr runter muß. Danach steuern wir unser heutiges Ziel an, Remulins mit dem Pont du Gard. Zwischenstation Avignon mit der berühmten Rhonebrücke ist eigentlich schon zuviel. Ich bin platt. Am Pont du Gard ist es zwar sehr schön, das in unserem Reiseführer beschriebene Hotel aber ein Wucher für das was sie uns an Zimmer anbieten. Wir fahren weiter Richtung nach Norden auf unsere bekannten N 83 bis wir ein sehr schönes Hotel in Saint Hilaire d’Ozilian namens l’Arceau, in einem kleinen Dorf finden. Da wir von gestern etwas verwöhnt waren mit dem Essen, kamen die hier mit ihrem Menü nicht sonderlich gut bei uns an, obwohl es gut war. Nur der Wein war zu teuer (125 Franc). 380 KM gefahren.
05. - 07. Juli
08. - 12. Juli
13. - 16. Juli
Keine Kommentare »