Den Arbeitsspeicher trainieren

Geschrieben von Klaus am 1. Dezember 2008 | Abgelegt unter Doppelkopf

Aufgepasst Mädels und Jungs – trainiert euren Arbeitsspeicher, spielt Doppelkopf und Ihr schreibt demnächst in Mathe nur noch Einser. “So ein Blödsinn” werden sich jetzt viele ereifern, aber lest im Folgenden, warum die Chancen gut stehen, dass es so kommen wird, wenn Ihr Doppelkopf spielt. Voraussetzung ist natürlich, dass Ihr überhaupt Einsen schreiben wollt in Mathe, aber davon gehe ich mal aus und wenn ich euch jetzt verrate, dass Ihr nicht nur in Mathe Einsen schreiben, sondern auch eine Menge Spaß haben werdet, dann seit Ihr doch dabei – oder?
Einen Arbeitsspeicher kennt Ihr wahrscheinlich nur vom Computer – dort Random Access Memory, Abkürzung RAM genannt. Ich meine aber den Arbeitsspeicher in eurem Gehirn, den gibt es nämlich auch und der ist mit dem RAM im Computer vergleichbar. Der Arbeitsspeicher im Computer ist für die aktuellen Prozesse zuständig, speichert Daten zwischen, damit Prozesse schneller ablaufen können. Der Arbeitsspeicher in eurem Kopf tut das selbe und wie im Computer sorgt ein großer Arbeitsspeicher für einen schnelleren Ablauf paralleler Prozesse und für Programme, die große Rechenleistung benötigen. Im Kopf speichert euer RAM beispielsweise nur sechs Zahlen ab, die Ihr schnell genannt bekommt, bei mehr Zahlen könnt Ihr euch die richtige Reihenfolge nicht mehr merken – probiert es aus. Wenn Ihr den Arbeitsspeicher vergrößert, könnt Ihr euch mehr Zahlen merken und allgemein eure spontanen Denkprozesse verbessern. Das Training eures Speichers verbessert eure Matheleistungen und sorgt im Alter dafür, dass Ihr nicht so schnell oder gar nicht verkalkt, damit meine ich Alzheimer und Altersdemenz.
Wie trainiere ich meinen Arbeitsspeicher? Mit Doppelkopf!! Was ist das denn, werden einige fragen. Doppelkopf ist ein Kartenspiel, das zu viert gespielt wird mit zwei kurzen Skat-Blättern. Das Doppelkopfblatt hat meistens 48 Karten, 4 Farben von Karo bis Kreuz mit jeweils Neun, Bube, Dame, König, Zehn und Aß. Manchmal werden Neunen weggelassen. Beim Doppelkopf spielen zwei Paare gegeneinander mit Ausnahme des Solos – da spielt einer allein gegen alle. Die Paarfindung erfolgt während des Spiels oder durch Ansagen und es spielen diejenigen zusammen, die eine Kreuzdame besitzen, das ist der zweit höchste Trumpf.

Ich will hier aber nicht das Doppelkopfspiel erklären, das könnt Ihr an anderer Stelle nachlesen, ich will euch erklären warum das Spiel den Arbeitsspeicher in besonderer Weise trainiert. Das ist deshalb der Fall, weil nämlich viele Denkprozesse parallel auf den Arbeitsspeicher zurückgreifen und damit einen Trainingseffekt erzielen. Folgende Prozesse laufen weitgehend parallel beim Spiel, je schneller gespielt wird umso komplexer wird der Denkprozess:

  1. Ihr müßt bzw. solltet euch beim Spiel die gefallenen Karten merken, das ist beim Doppelkopf schwer, weil jede Karte doppelt vorhanden ist und 48 Karten eine ziemlich große Menge darstellen.
  2. Ihr müßt bei vielen Spielen (alle Spiele ohne Ansage) aus dem Verhalten der anderen Spieler versuchen, zu ergründen, wer euer Partner ist. Je früher Ihr das herausgefunden habt um so größer ist eure Siegchance.
  3. Ihr müßt für euer Spiel eine Strategie entwickeln und diese ggfs nach jedem Stich wieder auf die neue Spielsituation abgleichen.
  4. Ihr könnt parallel zum Spiel eure Punkte und die der gegnerischen Partei mitzählen, um ev. schon früh über Sieg oder Niederlage Bescheid zu wissen.
  5. Ihr müßt das Spielverhalten eures Partners deuten, egal ob er gut oder schlecht spielt, und die richtigen eigenen Schlüsse daraus ziehen.

Es finden also mehrere parallele Gehirnprozesse während des Spiels statt, die alle auf den Arbeitsspeicher angewiesen sind. Natürlich wird ein geübter Spieler einige Prozesse über die Festplatte abspulen, viele Handlungen werden “Routine” und gehen in Automatismen über, bis dahin ist es zwar ein sehr langer Weg aber der Reiz des Spieles nimmt mit den verbesserten Spielfähigkeiten kontinuierlich zu.

Ein ganz wichtiger Faktor beim Doppelkopf – ich habe es oben schon erwähnt – ist der Spaß am Spiel. Doppelkopf bereitet eine Menge Spaß, weil es für vier Personen sehr kommunikativ, unterhaltsam, lehrreich und spannend ist. Doppelkopf ist darüber hinaus ein sehr modernes, emanzipiertes Spiel, wo sind denn sonst die Damen die höchsten Trümpfe. Im Schafkopf – dem Ursprung des Doppelkopf – sind die höchsten Trümpfe noch männlich und heißen “Ober”.

Hier könnt Ihr im Raum Wiesbaden Doppelkopf spielen. Schaut doch mal vorbei.

 

 

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